Bitter ist neben salzig, sauer, süß und umami eine der fünf Geschmacksrichtungen, welche die Zunge unterscheidet. Treffen Bitterstoffe auf unsere Geschmacksrezeptoren, verziehen wir Menschen meist das Gesicht. Bitter dient schon an der Zungenspitze als Warnung. Entwicklungsgeschichtlich ist das sinnvoll, denn viele Gifte enthalten Bitterstoffe. Diesem Effekt ist das Bittere in unserem Kulturgemüsen zum Opfer gefallen: Die im ersten Moment abschreckenden Bitterstoffe wurden von der Lebensmittelindustrie zur Konsumanregung rausgezüchtet.

Bitter regt an

Schade, denn Bitter fördert die Gesundheit. Denn die vermeintliche Warnung vor Gift kurbelt den Stoffwechsel an. Bitterstoffe sind appetitanregend und verdauungsfördernd. Zudem unterdrücken sie den Wunsch auf Süßes. In der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt Bitter als Gegenspieler des Süßen. Immerhin ein Drittel aller pflanzlichen Heilmittel basieren auf Bitterstoffen. Lässt man sich auf den Geschmack ein – und Vergiftungen müssen wir ja nicht mehr fürchten – dann können Gemüse wie Artischocken oder Wildkräuter wie Löwenzahn und Schafgarbe ihr gutes Werk tun.

Bitterrezeptoren im ganzen Körper

Schon auf der Zunge sind es 25 Rezeptoren aber es geht noch weiter. Forscher_innen haben Bitterstoffrezeptoren auch im Magen, in den Muskeln und sogar in den Bronchien nachgewiesen. Nicht nur die Magensäfte geraten also beim Genuss von Bitterstoffen in Wallung, auch die Muskeln entspannen und die Bronchien erweitern sich.

Es sind im Wortsinn also bittere Erkenntnisse, welche die Abkehr vom Zucker hin zu einer leckeren und gesunden Ernährung ermöglichen. Kein Zufall also, dass es in der gesunden mediterranen Küche zahllose bittere „Grundnahrungsmittel“, von Wermut über das Olivenöl bis zum Espresso gibt.

Für diese vielfältigen positiven Effekte muss man also nicht in die Apotheke oder Joggen – letzteres schadet aber sicher nicht –, es genügt der gezielte Blick in die Natur. Schafgarbe, Beifuß, Wermut, Löwenzahn, Hopfen, Gänseblümchen, Rauke, Salbei und viele viele weitere Wildkräuter helfen dem Immunsystem auf die Sprünge und geben Speisen oft eine besondere Geschmacksnote.

Bei all diesen vielen geschmacklichen und gesundheitlichen Vorzügen lohnt es, sich mit den Bitterpflanzen anzufreunden. Zum Einsteig eignen sich die gut zu erkennenden und überall verfügbaren folgenden Pflanzen:

Wildkräuter mit Bitterstoffen Löwenzahn, Schafgarbe und Beifuß.

Unsere Küchenkräuter Salbei, Rosmarin und Thymian.

Beim Gemüseeinkauf greife einmal öfter zu Radicchio, Rosenkohl, Brokkoli und Chicoree.

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