Postelein – Perfekter wilder Wintersalat

Das gewöhnliche Tellerkraut (Claytonia perfoliata) wird meist Postelein oder Winterpostelein genannt, manchmal heißt er auch Kuba-Spinat.

Diese Wildpflanze hat nach der Rauke den Sprung in den einen oder andren Supermarkt geschafft. Auf Wochenmärkten ist er inzwischen als Salat zu finden. Trotzdem ist er noch ein Unbekannter in der Küche und hat doch so viele Einsatzmöglichkeiten. Besonders in den langen Wintermonaten versorgt er uns mit wertvollem frischen Grün.

Postelein erkennen

Er ist einfach zu erkennen. Sein Name Tellerkraut beschreibt auch seinen Habitus, sein Blatt ist rund wie ein Teller. In der Mitte erscheinen Ende März wenn es wärmer wird, die Blüten. Verwechseln mit anderen Pflanzen kannst du ihn nicht.

Damit du ihn im Herbst nicht aus Versehen mit jätest, hier ein Foto von den kleinen Keimblättern.

Und wenn er dir im Beet oder im Garten doch einmal zuviel wird ist er sehr einfach zu entfernen, denn er wurzelt nicht tief. Wenn ich es einmal nicht schaffe den ganzen Postelein aufzuessen so ist dann immer noch ein vorzüglicher Humusgeber für die Folgekulturen.

Keimblätter Postelein
Keimblätter

Mehrfach ernten

Postelein ist eine unglaublich wüchsige Pflanze und kann öfter beerntet werden. Wenn du ihn nur knapp unter den Blättern abschneidest, treibt er wieder neu durch und du kannst von einer Pflanze mehrfach ernten.

Essbare Blüten

Wenn die Pflanzen Blüten entwickeln, kannst du ihn weiter verwenden. Die Blüten sind essbar. Das sieht sogar auf dem Salat sehr hübsch aus.

Postelein in der Küche

Das Wildgemüse schmeckt mild, etwas erbsig und unglaublich lecker. Die Blätter haben eine dickere Konsistenz und schmecken dadurch sehr saftig.

Ich esse ihn am liebsten als Salat und esse ihn von Dezember bis April fast täglich. Aber auch gekocht wie Spinat oder in der Suppe und im Smoothie ist er wunderbar einsetzbar. Auch zum Saftmachen kannst du ihn nutzen.
Mit gerösteten Sonnenblumenkernen und Mandeln ergibt er ein mildes leckeres Pesto.

Inhaltsstoffe

Der Postelein ist ein wahres Power Paket. Er hat besonders viel Vitamin C, Kalzium und Magnesium. Seine besondere Stärke sind die Omega-3 Fettsäuren. Er hat im Vergleich zu anderen Winter-Salaten besonders wenig Nitrat. Ihr könnt ihn also unbedenklich in hohen Mengen genießen.

Anbau im Garten

Postelein ist anspruchslos er wächst vorzugsweise in leichterem Boden. Er mag es nur nicht zu warm, deswegen ist die Aussaat ab August zu empfehlen. Er ist ein Lichtkeimer und keimt ab 12 Grad. Postelein liefert uns den ganzen Winter über frisches Blattgrün. Etwa bis Ende April kann geerntet werden. Dann werden die Blütenstängel immer länger und das Tellerkraut heller. Lass unbedingt einige Pflanzen stehen und zur Saat kommen, dann ist auch für den nächsten Winter wieder gesorgt. Wenn alle anderen Kulturgemüse vom Beet verschwunden sind, hat der Winterpostelein seinen großen Auftritt. Seit ich keine Hühner mehr habe ist der ganze Garten voller Postelein und ich freue mich und ernte den ganzen Winter.

Saatgut gewinnen

Wenn die Pflanzen immer längere Blütenstände ausbilden, reifen nach und nach die schwarzen Saatkörner heran. Schneide ein Büschel Postelein ab und lege ihn zum Trocknen und Reifen aus. Dann Sieben und fertig ist das Saatgut. In der Regel brauchst du an den Stellen wo der Postelein schon wächst keine neue Saat ausbringen, denn die fällt schneller aus als du gucken kannst. Für Nachschub ist immer gesorgt.

Postelein in der Volksheilkunde

Über den Postelein in der Volksheilkunde ist nicht viel bekannt. Er wurde immer schon als Gemüsepflanze genutzt.

Das Gewöhnliche Tellerkraut wurde nicht nur von kalifornischen Minenarbeitern während des Goldrauschs verzehrt. Belege gibt es auch über die Verwendung als Nahrungsmittel und Heilkraut durch Indianer. So sollen die Shoshonen die Pflanze in Breiumschlägen gegen rheumatische Schmerzen verwendet haben. Die Nlaka’pamux benutzten sie bei Augenschmerzen und die Mahuna tranken den Saft bei Appetitlosigkeit. Über die Verwendung als Nahrungsmittel gibt es Nachweise bei mehreren anderen Indianerstämmen.

Quelle: Wikipedia

Der Postelein Film

Postelein milder Wildkräutersalat | Wildkräuter erkennen, anbauen & essen
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